
Das weiße Kaninchen
Dem weißen Kaninchen hinterher – warum das „höher, schneller, weiter“ Dich in die Irre führt
Ein Kaninchen auf der Flucht
„Oh je, oh je, ich werde zu spät kommen!“ – mit diesen Worten stürzt das weiße Kaninchen in Lewis Carrolls Alice im Wunderland los. Immer auf die Uhr blickend, immer in Eile, ohne Zeit für irgendetwas anderes. Es wirkt von Anfang an getrieben – und macht Alice so neugierig, dass sie ihm folgt.
Doch was findet sie, nachdem sie dem Kaninchen hinterhergejagt ist? Kein Ziel, keine Sicherheit, sondern ein Reich der Verwirrung. Regeln ändern sich ständig, Türen erscheinen und verschwinden, Identitäten lösen sich auf. Das Wunderland ist faszinierend, aber auch chaotisch, unlogisch und voller Fallen.
Dieses Bild wirkt heute erstaunlich modern. Denn auch wir rennen – oft hinter einem weißen Kaninchen her, das nie stehenbleibt.
Das weiße Kaninchen als Spiegel unserer Zeit
In unserer Welt hat das weiße Kaninchen viele Gesichter:
- Der Termin im Kalender, der sich in die nächste Besprechung schiebt.
- Der unerreichbare Traumkörper aus Social Media.
- Der Karrierepfad, der immer noch eine Stufe höher verlangt.
- Die Stimme im Kopf, die sagt: „Du musst mehr leisten. Sonst reicht es nicht.“
Das moderne Mantra heißt: höher, schneller, weiter. Wir messen uns in KPIs, Likes, Schritten und Kalorien. Wir optimieren nicht nur unsere Arbeit, sondern gleich unser ganzes Leben. Das Streben nach „mehr“ ist zur Normalität geworden.
Und wie das weiße Kaninchen rennen wir – oft, ohne zu wissen, wohin.
Der Preis der ständigen Beschleunigung
Aber was passiert, wenn du rennst, ohne das Ziel zu kennen?
- Du verlierst die Orientierung. Termine, To-Do-Listen und Ziele werden zu einem undurchsichtigen Durcheinander.
- Du verlierst dich selbst. Identität wird reduziert auf Rollen: Arbeitnehmer, Mutter, Führungskraft, Leistungsträger.
- Du verlierst das Gefühl für Sinn. Denn irgendwann stellt sich die Frage: Warum renne ich eigentlich?
Genau darin liegt die Parallele zu Alice: Das Kaninchen führt sie nicht ins Paradies, sondern in die Verwirrung. Das Tempo erzeugt keine Klarheit, sondern Chaos.
Das ist das Paradox unserer Zeit: Je mehr wir uns beeilen, desto weniger Orientierung haben wir.
Ein kurzer Blick auf die Uhr
Das weiße Kaninchen lebt in ständiger Angst, zu spät zu kommen. Aber zu spät wofür?
Frag dich einmal selbst:
- Zu spät für die Karriere?
- Zu spät, um jung und schön zu sein?
- Zu spät, um die Erwartungen anderer zu erfüllen?
Das Problem ist nicht, dass du keine Zeit hast. Das Problem ist, dass du vielleicht vergessen hast, wofür du Zeit haben willst.
Die Einladung zum Innehalten
Hier beginnt der entscheidende Unterschied: Alice rennt dem Kaninchen nach, weil sie neugierig ist. Sie stolpert in ein Abenteuer. Doch wir rennen oft aus Gewohnheit – aus Angst, stehenzubleiben.
Was wäre, wenn du dir erlaubst, anzuhalten?
- Dein Blick hebt sich vom Kalender, und du siehst plötzlich wieder die Landschaft, nicht nur die Uhr.
- Deine Fragen wechseln: von „Wie viel schaffe ich?“ zu „Was ist mir wirklich wichtig?“
- Statt dich vom Kaninchen treiben zu lassen, findest du deinen eigenen Weg.
Dieses Innehalten ist keine Schwäche, sondern ein Akt der Selbstermächtigung.
Coaching als Ausstieg aus dem Wunderland
Hier setzt meine Arbeit als Coach an. Viele meiner Klienten spüren, dass sie wie Alice im Wunderland gelandet sind: alles ist hektisch, widersprüchlich, überfordernd. Manche wissen gar nicht mehr, welches Ziel sie ursprünglich hatten.
Im Coaching geht es nicht darum, noch schneller zu rennen oder die Uhr des Kaninchens zu stellen. Es geht darum, dich selbst wiederzufinden:
- Was sind deine echten Ziele – nicht die übernommenen Erwartungen?
- Welche Werte tragen dich, auch wenn das Wunderland chaotisch bleibt?
- Welchem Kaninchen läufst du aus alter Gewohnheit nach – und welches lässt du los?
Manchmal reicht schon eine einfache Erkenntnis: Das Kaninchen wird niemals ankommen. Aber du kannst dich entscheiden, nicht länger mitzulaufen.
Der Mut, eigene Wege zu gehen
Natürlich bedeutet Innehalten auch Mut. Denn die Gesellschaft feiert nicht die, die aussteigen, sondern die, die durchhalten. Wer sagt: „Ich folge diesem Kaninchen nicht mehr“, wirkt schnell wie ein Außenseiter.
Aber genau darin liegt Freiheit:
- Freiheit, deine eigene Geschwindigkeit zu bestimmen.
- Freiheit, Ziele zu wählen, die Sinn machen.
- Freiheit, ein Leben zu führen, das nicht nur funktioniert, sondern erfüllt.
Vielleicht ist es an der Zeit, den Mutigen zuzuhören – denen, die aus der Jagd aussteigen, statt den Uhrenträgern blind zu folgen.
Schlussgedanke: Welchem Kaninchen rennst du hinterher?
Das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland ist mehr als eine schrullige Figur. Es ist ein Symbol für unsere Zeit – eine Gesellschaft, die rennt, weil sie glaubt, sonst zu spät zu kommen.
Die entscheidende Frage lautet nicht: „Bin ich schnell genug?“
Sondern: „Will ich diesem Kaninchen überhaupt folgen?“
Vielleicht liegt der wahre Ausweg aus dem Wunderland nicht in noch mehr Tempo, sondern im Mut zum Stillstand.
Also frage dich:
- Welchem weißen Kaninchen rennst du gerade hinterher?
- Und was würde passieren, wenn du es einfach ziehen lässt – und deinen eigenen Weg wählst?
- Oder willst Du wissen, wohin Dich der Kaninchenbau führt?
Kontaktiere mich und wir können gemeinsam einen Blick hinter den Spiegel werfen.

