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Profiling im Coaching

Warum wir Menschen lesen müssen

Ob in einer Personalabteilung oder in einer Ermittlungsgruppe – überall dort, wo Menschen mit Menschen arbeiten, entscheidet nicht nur das, was gesagt wird. Es ist das Ungesagte, die Körpersprache, die Zwischentöne, die kleinen Brüche in einer Erzählung, die verraten, wie es jemandem wirklich geht.

Die Fähigkeit, diese Signale zu erkennen, nennt man landläufig „Menschenkenntnis“. Im Coaching und im Profiling geht das jedoch tiefer: Es ist die Kunst, Muster zu erkennen, die andere übersehen, und Hypothesen zu entwickeln, die über das Offensichtliche hinausgehen.

Coaching trifft Profiling

Mein Ansatz im Coaching ist inspiriert von der Arbeit eines Detektivs. Ich höre nicht nur zu, ich beobachte. Ich stelle Fragen, die sich nicht sofort aufdrängen. Ich suche nach Widersprüchen, nach Leerstellen, nach dem, was zwischen den Worten liegt.

  • Für Personalabteilungen bedeutet das: Ich kann dabei helfen, Bewerber besser einzuschätzen, Konfliktdynamiken in Teams sichtbar zu machen oder herauszufinden, warum ein vielversprechender Mitarbeiter plötzlich blockiert.
  • Für Ermittler bedeutet das: Ich bringe eine andere Perspektive ein – eine, die weniger an Aktenlage und Beweisen hängt, sondern stärker am Menschen selbst. Was verrät die Art, wie jemand seine Geschichte erzählt? Welche Details wiederholt er auffällig oft? Wo liegt die emotionale Betonung?

Die Sprache des Unbewussten

Das Spannende am Profiling ist, dass wir Menschen nie völlig kontrollieren können, was wir preisgeben. Unsere Gestik, Mimik, Wortwahl – all das lässt Rückschlüsse auf Motive, Werte und sogar innere Konflikte zu.

Im Coaching arbeite ich systemisch, also nicht nur mit der Person selbst, sondern auch mit dem Kontext, in dem sie steht. Denn: Kein Verhalten geschieht im luftleeren Raum. Ein Mitarbeiter, der plötzlich aggressiv auf Kritik reagiert, spiegelt vielleicht ein unausgesprochenes Problem im Team. Ein Verdächtiger, der scheinbar gelassen wirkt, aber beim kleinsten Detail aus der Fassung gerät, zeigt uns, wo die Wahrheit brüchig wird.

Intuition trifft Methode

Viele glauben, Profiling sei reines Bauchgefühl. Aber in Wahrheit ist es eine Verbindung von Intuition und Methodik. Intuition liefert den ersten Impuls: „Da stimmt etwas nicht.“ Die Methodik überprüft diesen Eindruck: „Woran genau mache ich das fest?“

So entsteht eine Art innere Landkarte, die zeigt, welche Spuren weiterverfolgt werden sollten. Und genau hier liegt die Schnittstelle zum Coaching: Ich trainiere diese Fähigkeiten auch bei anderen. HR-Verantwortliche, Führungskräfte oder Ermittler können lernen, genauer hinzuschauen, Zwischentöne wahrzunehmen und Hypothesen zu bilden, ohne vorschnell zu urteilen.

Fallbeispiel aus dem Coaching

Ein Klient aus dem HR-Bereich kam mit der Frage: „Warum scheitern wir bei der Auswahl von Führungskräften?“ In den Gesprächen mit Bewerbern wirkte alles stimmig, auf dem Papier ebenfalls. Doch nach einigen Monaten zeigte sich, dass die neue Führungskraft das Team nicht hielt.

In unserem Coaching stellte sich heraus: Die Entscheider hörten vor allem auf Fachkompetenz und rhetorisches Auftreten. Sie überhörten kleine Signale – zum Beispiel, dass ein Kandidat immer von „meinen Erfolgen“ sprach, nie aber von „meinem Team“. Für das Profiling war das ein roter Faden: ein Hinweis auf fehlende Kooperationsbereitschaft. Mit dieser geschärften Wahrnehmung traf das Unternehmen beim nächsten Mal eine Entscheidung, die nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf Haltung basierte. Das Ergebnis: ein Team, das nicht nur geführt, sondern mitgenommen wurde.

Profiling ist kein Hokuspokus

Manchmal klingt es fast mystisch, wenn man erzählt, wie man „zwischen den Zeilen“ liest. Doch die Grundlage ist solide: Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Erfahrung. Was ich im Coaching anbiete, ist kein Zaubertrick, sondern eine Kunstfertigkeit, die jeder lernen kann, wenn er bereit ist, sein Denken zu schärfen.

Nutzen für Unternehmen und Ermittlungen

  • Unternehmen profitieren, weil sie Konflikte schneller erkennen, Bewerber besser einschätzen und Führungskräfte gezielter entwickeln können.
  • Ermittler profitieren, weil sie Verhöre oder Zeugenaussagen mit einer anderen Brille betrachten – nicht nur faktenorientiert, sondern auch menschenorientiert.

Ein Blick nach vorn

Profiling im Coaching ist mehr als ein Werkzeug. Es ist eine Haltung: neugierig zu bleiben, sich nicht mit der ersten Antwort zufriedenzugeben, Muster zu hinterfragen und immer auch das System mitzudenken, in dem ein Mensch agiert.

Wer das lernt, hat einen entscheidenden Vorteil – im Recruiting, in der Führung, in Ermittlungen. Und manchmal auch im ganz normalen Leben, wenn wir verstehen wollen, was in den Menschen um uns herum wirklich vorgeht.

Hier geht es zu meinen Kontaktinformationen.

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